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Finissage Clemens Krauss „Nichtwissen“

Mit dem Titel „Nichtwissen“ bezieht sich Clemens Krauss auf ein Phänomen, das wieder zunehmend die Gesellschaft und die Politik erfaßt: Den „Glauben, zu wissen“, der über das tatsächliche „Wissen“ gestellt wird, und somit das „Nichtwissen“ zum kategorischen Imperativ und bestimmenden Faktor allen Tuns, Handelns und Unterlassens macht.

Diesem Phänomen nähert sich Krauss in der Ausstellung auf dreierlei Weise: Zum einen thematisiert er es ganz konkret in pastosen Ölmalereien, in denen er Einzelpersonen, Menschengruppen oder Tiere aus verstörenden, ungewöhnlichen Perspektiven zeigt, wodurch der Betrachter nie genau weiß, was und vor allem von wo er etwas sieht. Zum Zweiten ergründet er den „Glauben, zu wissen“ in kontroversen Videoarbeiten, in denen er Film- und Videoaufnahmen aus seiner eigenen Jugend verwendet. Zum Dritten lässt er die Wissen-Nichtwissen-Dynamik in das Zustandekommen der Ausstellung selbst einfließen: Zu Beginn der Ausstellung sind lediglich einige Arbeiten fertig.

In einem Extraraum der Galerie empfing Clemens Krauss, der neben seinem Kunststudium eine Ausbildung als Psychoanalytiker abgeschlossen hat, fünf Wochen lang Besucher zu Therapiesitzungen. Die dabei gewonnenen Eindrücke verarbeitet er laufend in neuen Arbeiten.

Es entstand ein großes, raumbezogenes Werk, das aus verschiedensten, das subjekive Wissen der Besucher und des Künstlers wiederspiegelnden Elementen besteht und erst am letzten Tag der Ausstellung komplett ist.

Clemens Krauss wurde 1981 in Graz geboren und lebt seit 2003 in Berlin. Obwohl er erst 36 Jahre alt ist, kann er bereits auf eine beachtliche Anzahl institutioneller Einzel- und Gruppenausstellungen zurückblicken, unter anderem in Sydney, Shanghai, Sao Paulo, Rio de Janeiro, Tel Aviv, Seoul, Montreal, Johannesburg, London, Paris, Stockholm, Berlin und Istanbul.


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