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Kuratorinnenführung: »QUALIA«

Thomas Demand, Labor / Laboratory (detail), 2000, C-Print / Perspex

Kuratorinnenführung mit Katarzyna Uszynska

"QUALIA"
Mit Arbeiten von Carl Andre, Kerstin Brätsch, Thomas Demand, Donald Judd, Craig Kaufmann, Sol LeWitt, Robert Morris, Hans Schabus, Markus Schinwald, Kay Walkowiak

Im Mittelpunkt der Ausstellung „Qualia“ am FRANZ JOSEFS KAI 3, welche Künstler zweier Generationen aus einer Wiener Privatsammlung zeigt, stehen unterschiedliche künstlerische Strategien zur Untersuchung des Phänomens der Wahrnehmung. Vorrangig geht es um Wahrnehmungsinteraktionen zwischen Künstler, Objekt und Betrachter sowie um das Verhältnis zwischen Medium und Realität. Manche der historischen Positionen der Ausstellung, die hier flüchtig der Tendenz der Minimal Art zugeordnet werden, wie Donald Judd, Carl Andre und Sol LeWitt, entwickeln in Auseinandersetzung mit dem Abstrakten Expressionismus und dessen performativen Elementen ihre Material– und Raumkonzepte. In Robert Morris’ Arbeiten hingegen zeigt sich sein behändes Jonglieren mit dem Verhältnis von Körper und Raum. Craig Kaufmann, welcher zu der Gruppe um die Ferus Gallery aus LA gehörte, widmet sich der Frage der Wahrnehmung psychologischer und physikalischer Eigenschaften des Materials. Ging es in den 60er und 70er Jahren um die Untersuchung der Qualitäten künstlerischer Medien (von Material, Farben, Tönen und Formen) und deren Wahrnehmungsqualitäten sowie um Fragen des Werks als Interaktionsprozess, so widmet sich die gegenübergestellte, jüngere Generation – Hans Schabus, Markus Schinwald, Thomas Demand und Kay Walkowiak – der Analyse der Selbstwahrnehmung und der Untersuchung des psychischen und physischen Umfeldes der Produktion von Kunst und deren Wahrnehmung. Gemeinsam ist den Künstlern das Interesse am Kunstwerk als Katalysator von Wahrnehmungsprozessen: Kunst kann Wahrnehmung anstoßen und gleichzeitig Wahrnehmungskonventionen hinterfragen.

Gegenstand der gezeigten Positionen ist die Wahrnehmung des Realen in Opposition zu der gedanklichen Verarbeitung des Wahrgenommenen, der Kognition. Qualia (lat. qualis „wie beschaffen“) sind, sehr verkürzt, die subjektiven Eigenschaften von Erfahrungen (körperlichen Empfindungen, Gefühlen, Emotionen, Launen). Die Wissenschaften sind methodisch an die Außenperspektive gebunden. Künstlerische Untersuchungen lassen hingegen eine Ahnung der Innenperspektive des Erlebens zu.

Kuratiert von Katarzyna Uszynska

10.-26. November 2017


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