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Dialogführung durch die Ausstellung »THOMAS BAYRLE. Wenn etwas zu lang ist – mach es länger«

Thomas Bayrle, $, 1980 Privatsammlung / Foto © Wolfgang Günzel

mit Thomas Bayrle, Kurator Nicolaus Schafhausen und Kuratorin Bärbel Vischer

Thomas Bayrle, geboren 1937, lebt und arbeitet in Frankfurt am Main. In seiner die MAK-Sammlung reflektierenden Einzelausstellung verbindet er traditionelle handwerk­liche Techniken mit computergenerierter Kunst des Informationszeitalters. Mit Metaphern des Färbens, Webens und Programmierens untersucht Bayrle die Ambivalenz von Kunst, Handwerk, Industrie und lässt kaleidoskopartige Formen – Ornamente der Masse – entstehen.

Seine legendären »Superformen« entwickelt Bayrle als Referenz auf kulturelle und industrielle Ikonen wie Jesus Christus, Mao, die Autobahn oder das Smartphone. Die zentrale Arbeit der Ausstellung komponierte er aus iPhones. Ein überdimensionales Szenenbild in der MAK-Säulenhalle oszilliert unter den Vorzeichen digitaler Vernetzung zwischen einem Paar, das sich dem flüchtigen Duftspiel hingibt, und architektonischen Elementen.

Mit Bayrles Projekt wird das MAK auch zum Schauplatz einer neu aufgenommenen Interaktion zwischen Kunst und Handwerk, Künstler und Weber. Die in Blau getauchte ornamentale Bildfläche einer in Frankreich von Hand gewebten Tapisserie zeichnet Bayrle aus Smartphones – Ornament, Apparat und Schmuck zugleich – und übersetzt den kulturellen Code der Pietà in ein Stimmungsbild gesellschaftlicher und politischer Ereignisse. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, herausgegeben und mit Texten von Christoph Thun-Hohenstein und den Kuratoren Nicolaus Schafhausen und Bärbel Vischer sowie mit einem Beitrag von Spyros Papapetros.


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